Katharina Grolik
Katharina Grolik
6. Oktober 2016
Matthias Tschierschke
Matthias Tschierschke
6. Oktober 2016

Dr. Ulrike Schaupp

Wie kam es dazu, dass Sie nun als Hochzeitstheologe tätig sind?

Schon als kleines Kind haben mich Beziehungen interessiert – stundenlang konnte ich Menschen dabei beobachten, wie sie miteinander umgehen, wie sich Augenkontakte verdichten, wie Berührungen und Worte Beziehungen verändern. Ich fand und finde es wunderschön, wenn Menschen sich nahe sind und eine Beziehung so eng wird, dass Paare heiraten möchten. Blaise Pascal begründet diesen Wunsch zur Zweisamkeit:

„Allein ist der Mensch ein unvollkommenes Ding.
Er muss einen Zweiten finden, um glücklich zu sein.“

Das Glück, „einen Zweiten“ gefunden zu haben, wird in der Aufbruchsstimmung von Hochzeiten spürbar. Eine Ehe ist wie der Beginn einer Entdeckungsreise, auf der man die Liebste, den Liebsten kennen und mit ihr, ihm zusammenleben lernt. Als Hochzeitstheologin darf ich den Beginn dieser Lebensreise wie ein Lotse begleiten.
Ich war aufgrund meiner Faszination an Beziehungen sofort neugierig, als mein Mann mir von den Freien Hochzeiten erzählte. Spontan hatte ich Kontakt zu Ralf Elcheroth aufgenommen, und ich freue mich heute Mitglied dieses besonderen Teams zu sein!


Worin sehen Sie das Besondere an einer freien Trauung?

Der Vorteil einer freien Trauung liegt für mich in der absoluten Selbstbestimmung über die Zeremonie durch das Hochzeitspaar.
Zwei Menschen, die einander heiraten, sagen Ja zum gemeinsamen Leben als Ehepaar. Dieses Ja ist eine besondere und eindeutige Entscheidung füreinander. Dank der freien Hochzeiten kann das Leben als Ehepaar, beginnend mit der Hochzeitszeremonie, von Anfang an so individuell wie möglich gelebt und gestaltet werden.
Kirchliche Hochzeiten sind ein Weg, den auch mein Mann und ich gegangen sind. Neben diesen Weg bestehen andere, ebenso wertvolle Möglichkeiten in den freien Zeremonien, insbesondere für Paare, für die aus persönlichen Gründen eine kirchliche Trauung nicht realisierbar oder vorstellbar ist. Die Zeremonien erscheinen mir als wichtige Alternative zu den öffentlichen Feiern der Amtskirchen.


Worauf legen Sie persönlich Wert, wenn Sie ein Paar trauen dürfen?

Ich möchte mit dem Paar gemeinsam die Trauung vorbereiten. Dazu gehört für mich, die beiden, ihre Wünsche, ihre Eigenarten und ihre Gemeinsamkeiten kennen zu lernen. In der Zeremonie kann ich dann die Geschichte ihrer Beziehung, ihrer Liebe nachzeichnen. Selbstverständlich können sich Freunde, Kinder und Verwandte in die Zeremonie einbringen, um dieser eine besondere Note zu verleihen.


Was fällt Ihnen spontan ein, wenn man Sie nach dem schönsten Moment einer Ihrer Trauungen fragt?

Mir fällt es schwer, mich auf einen einzigen schönen Moment zu beschränken. Die Atmosphäre, das Mitfeiern der Familie und Freunde, die Fröhlichkeit dieses einzigartigen Festes faszinieren mich. Ganz besonders berührt mich jedoch das „einander zugetan sein“ der Eheleute.


Was können Sie allen Paaren kurz vor der Hochzeit empfehlen?

Liebe Brautpaare, freut euch auf euren gemeinsamen Tag!
Sorgfältige, detailliert geplante Festvorbereitungen sind wichtig – noch wichtiger ist aber der gemeinsame Moment an sich.

Über mich

Dr. Ulrike Schaupp
Dr. Ulrike Schaupp
tätig im In- und Ausland
Dr. Ulrike Schaupp
86456 Gablingen