Matthias Tschierschke
Matthias Tschierschke
6. Oktober 2016
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Claudia Schuster
7. Dezember 2016

Volker Bormann

Wie kam es dazu, dass Sie nun als Hochzeitstheologe tätig sind?

Zeremonien haben in unserem Leben zentrale Bedeutung. Das wird uns oft erst wieder bewusst, wenn große Ereignisse auf uns zukommen – etwa wenn wir heiraten. Anders als Geburtstage oder Weihnachten soll die Hochzeit ja möglichst nur ein einziges Mal im Leben gefeiert werden. Bei so einem großen Anlass ist es nur allzu verständlich, dass in uns der Wunsch erwacht nach wirkungsvoller Gestaltung: also nach Tiefgang, bleibendem Eindruck sowie nach kraftvoller Bindung und Verpflichtung. Solche Rituale gelingen uns heute nicht mehr so selbstverständlich. Gewiss, wir könnten uns die ungeheuersten Erlebnisse finanzieren – über den Wolken, in den Tiefen der Ozeane, im Orbit. Aber kommt es darauf an, dass uns der Atem stockt beim Anblick der Welt von oben oder im Düster einer Tauchglocke? Kein bisschen! Die Blicke von Braut und Bräutigam und der Zauber ihres Versprechens sollten es sein, die uns die Knie zittern lassen!

Abseits von Kirche und Standesamt sind die Brautleute hierbei auf Redner angewiesen, die mit ihrer Art und ihrer Stimme die Atmosphäre schaffen für solch einen Zauber. Im Alter von etwa zwölf Jahren habe ich bei einem Vorlese-Wettbewerb entdeckt, dass ich die Gabe habe, ein Publikum zu fesseln. Lange habe ich davon kaum Gebrauch gemacht und meine Wirkung erst als Kommunikationstrainer und Coach wiederentdeckt – beim Redetraining, bei Meditationen, bei Auftrittsschulungen. Als Ralf Elcheroth dann anfragte, ob ich mir freie Trauungen zutraue, gab es nichts zu überlegen! Ich habe sofort zugesagt.


Worin sehen Sie die Vorteile einer freien Trauung und worauf legen Sie ganz persönlich viel Wert, wenn Sie ein Paar trauen dürfen?

Damit ist auch ein wesentlicher Punkt genannt, der mir bei einer freien Trauung wichtig ist: Wer sich frei traut, trägt meist alle Verantwortung für sich. Keine höhere Instanz mahnt daran, das gegebene Wort zu halten, das Paar bindet sich einzig aus eigener Kraft. Diese Kraft muss angemessen in der Zeremonie zutage treten. Ich suche daher stets nach der perfekten Mischung aus Ernst und Leichtigkeit für eine Trauung. Diese Balance ist für jedes Paar anders, und jedes Paar soll daher auch darüber mitbestimmen, wieviel Ernst und wieviel Unterhaltung es wünscht. Dieser individuelle Zuschnitt ist zugleich einer der größten Vorzüge einer freien Trauung.


Was fällt Ihnen spontan ein, wenn man Sie nach dem schönsten Moment einer Ihrer Trauungen fragt?

Die schönsten Momente meiner Trauungen reihen sich wie die Perlen auf einer Kette: Immer dann, wenn einer der Brautleute den anderen liebevoll anschaut, dann ist solch ein Moment.


Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

DIch wünsche allen Brautpaaren, dass ihr großes Versprechen ihnen Kraft gibt – für den Alltag, für das immerwährende Bemühen um den Andern, den Respekt, die wertschätzende Auseinandersetzung und die Einsicht in das, was man selbst dafür tun kann, dass die Ehe glücklich bleibt.


Was können Sie allen Paaren mit auf den Weg geben, die kurz vor einer Hochzeit stehen?

Freuen Sie sich auf Ihr Fest! Und markieren Sie sich schon jetzt Ihre Jahrestage im Kalender als ewig wiederkehrenden Anlass für ein zweisames Ritual Ihres Glücks.

Über mich

Volker Bormann
Volker Bormann
vorwiegend tätig in Hamburg
Volker Bormann
22609 Hamburg